Viren regieren….

… die Welt. Nicht das Geld, keine politische Großmacht oder das Wetter – es sind die Viren. Kleine, gemeine Dinger ohne eigenen Stoffwechsel, deren Einordnung als Lebewesen allein von der Definition letzterer abhängig ist. Über ihre Herkunft bestehen nach wie vor Zweifel, allgemein wird angenommen, daß sie keine Vorläufer zellulären Lebens darstellen, sondern vielmehr Gene von Lebewesen, die sich im Laufe der Zeit aus dem Lebewesen lösten – wie gruselig ist DAS denn?!

Es sei wie es sei, jedenfalls haben sie uns derzeit fest im Griff. Kaum glaubte ich unsere Familie wieder gesund, da haut es unsere Große um, nun liegt sie fiebrig und schlapp im Bett, während unser Jüngster seit heute wieder hustet, als hätte es diesmal ohne Umwege die Bronchien erwischt. Na das kann ja was werden.

Letzte Nacht verlief schon ein wenig bizarr: nachdem ich halb drei (ja, nach Mitternacht) endlich vom Fernsehschlaf erwacht und ins Bett gewankt war, mir dort ein wenig Platz verschaffte, indem ich die kleinste Rübe an die Seite gerollt hatte und schon wie so ein bissel eingeschlafen war, fuhr ich plötzlich hoch, ein Schrei aus dem Kinderzimmer ließ mir das Blut in den Adern gefrieren. So sprang ich also aus dem Bett und flitzte, mir fürchterliche Bilder von vollgebrochenen Betten und ähnlichem ausmalend, ins Zimmer unserer Großen. Was ich da sah, machte mich… stutzig. Da stand sie im langen, wehenden Nachthemd auf dem Harry-Potter-gemusterten Drehstuhl am weit offenen Fenster und sah hinaus. Als sie mich erblickte, rief sie: „Gänse! Gans Ganz viele! Die rufen gans ganz laut!“ – Ach. Na das konnte schon sein. Zugvögel auf dem Heimweg – dachte ich. Gans klar. Ich schickte sie schnell wieder ins Bett und fühlte mich wie kurz nach einem langsam abklingenden Herzkasper.

Und heute nun endlich zeigt sich, daß all die Diabetes-Ratgeber DOCH Recht hatten, wenn darin zu lesen ist, daß Fieber und Infekte den Stoffwechsel gehörig durcheinander bringen und der Körper mit hohen Blutzuckerwerten reagiert. Bisher waren die Zuckerwerte unserer Tochter immer im Vorzeige-Bereich bei solchen Gelegenheiten, ein Paradoxon, selbst bei akuten Magen-Darm-Virus-Infekten hatten wir kaum Probleme, den Blutzucker konstant zu halten. Wie gesagt: bisher. Denn seit heute morgen ist der BZ so um die 15 mmol/l, und reagiert kaum auf das gespritzte Insulin.Dazu kommt noch der verringerte Appetit und die fehlende körperliche Bewegung, wenn man fiebrig im Bett liegt. Aber so ist das eben. Mal sehen, wie das hier weiter geht…