Wann simmern dra-h-aan?

Gleich.

Wann sind wir dran?

Gleich.

Wann sind wir denn nun endlich drahan?!

Gleich.

Ich – will – daß – wir – dran -sind – JETZT SOFORT !!!

Ja. Ich auch

Duhuuu? Mama?

Ja?

Wann simmer denn dran?

AAARGH !!!

Seit unser Mittlerer mit Fieber aus dem Kindergarten kam, letzte Woche Freitag schon, stand immer die bange Frage im Raum: müssen wir tatsächlich zum Kinderarzt? Normalerweise wird erst einmal alles mit homöopathischen Globuli bekämpft. Und/oder mit Tee. Und/oder mit Aloe Vera Trinkgel und Efeuhustensaft. Oder mit Paracetamol-Saft – igitt, wenn das Fieber gar zu fies wird. Aber wenn so ein kleiner Mann dann auch noch über Kopfschmerzen klagt und über dies und über das, dann fange ich (medizinisch vorbelastet, bekennender Dr. House-Fan) an, bei netdoktor.de zu schmökern, und das ist nicht gut. Denn unter „Symptomen“ findet man garantiert sämtliche Zipperlein, die das eigene Kindchen gerade beklagt, und die weisen ebenso garantiert nicht auf eine harmlose Virus-Erkältung, sondern mit Sicherheit auf etwas BÖSARTIGES hin! Und dann fängt Mama an, sich fiese Gedanken zu machen. Und fährt jetzt doch zum Kinderarzt. Natürlich nicht gleich früh, sondern kurz vor der Mittagspause, denn Leute, die um 10 Uhr schon im Wartezimmer sitzen, kommen meist so gegen 12 Uhr dran. Leute, die erst kurz vor 12 Uhr kommen – so wie wir – sind meist so kurz nach 12 Uhr dran. Nicht so heute: da wurden wir gleich wieder heimgeschickt, weil die Praxis auch ohne uns bereits aus allen Nähten zu platzen drohte. Halb 4 Uhr könnten wir wiederkommen.

Also – kurz vor halb 4 Uhr  wieder hin. Gleich mit dem ersten Schwung rein, und nur eine gute Stunde später meint die Schwester: „Ah, da sind sie ja, alles klar, nehmt im Wartezimmer Platz, halb 4 haben Sie wohl doch nicht geschafft?

Hää? Äh – doch! Na egal. Punkt 6 Uhr verlassen wir den Kinderarzt, es ist schon fast dunkel. Nach gut 2 Stunden mit einem hyperaktiven aufge abgedrehten quicklebendigen Fünfjährigen auf geschätzten zweieinhalb Quadratmeter Wartezimmer, der ununterbrochen herumzappelt, schaukelt, brabbelt, jammert, weint, Schuhe auszieht, jammert, Schuhe wieder anzieht, jammert, blödelt und … ach ja, jammert. Der arme kleine Kerl. Zwischendurch wird sich aber auf Mamas Schoß gekuschelt, das beruhigt (mich). Als plötzlich ein etwa 5 bis 6jähriger auftaucht und geräuschvoll in der Spielzeugkiste kramt, beschwert sich mein Söhnchen: „Dieser Krach geht mir auf die Nerven!“ Ich grinse nur.

Ach ja – die Diagnose: eine harmlose Virus-Erkältung, aber das habe ich natürlich GLEICH gewußt…