Iron woman…

… jawoll, ich, heute, als Iron woman unterwegs!

Nee, nicht mit Laufen und so, bis einem die Zunge aus dem Halse hängt. Mehr so mit dem … äh, Bügeleisen!

Eigentlich lehne ich es ja ab, wehrlosen Kleidungs- und anderen -stücken mit heißem Eisen auf den Leib zu rücken. (Gemerkt, das reimt sich… und was sich reimt, ist gut.) Die meisten Sachen kommen ja auch durchaus tragbar aus dem Trockner. Wenn da nicht, ja wenn da nicht die kleinen niedlichen Hemden wären, die unsere Jungs in regelmäßigen Abständen von den lieben Großeltern geschenkt bekommen. Und die nagelneuen Pullövchen für unsere Tochter, die zumindest nach der ersten Wäsche nach einem Bügeleisen schreien. Mein schlechtes mütterliches Gewissen schreit dann, das arme Kind könne doch nicht ungebügelt aus dem Haus! Also landen die neuen Teile im Bügelkorb. Und warten dort.

Warten…

Äh…

Wochen vergehen. … Monate (ja, ich geb es ja zu, MONATE !)…

Aber dann plötzlich ist er da. DER Tag. Der Tag, an dem ich einfach das Bügelbrett aus der Abstellkammer unserem zweiten Bad hole, das Bügeleisen aus seiner Verpackung befreie, und …ich bügele.

„Kuck mal, schnell, kommt mal her, kuckt mal, was Mama macht!“ – schallt es durch die Wohnung. Die Kinder stehen mit großen Augen um mich herum. Ich komme mit Ermahnungen gar nicht so schnell hinterher („Das ist heiß du tust dir weh du sollst doch da nicht dranfassen hast du dir schon wehgetan geh doch da mal weg ja ich bügel das hier ist das Bügeleisen nein da sollst du nicht dran ziehen VERDAMMICHNOCHEMAL NIMM DIE FINGER WEG !!!“)

Alle paar Minuten steht mein lieber Mann in der Tür. So sieht er mich nicht oft. (Ich hoffe, daß will er auch nicht!)

Die ersten kleinen Jungshemden sind gebügelt, meine Tochter hat Pullover, ich schwöre, die hab ich noch nie zuvor gesehen, und ja, manche Sachen schrumpfen, in meinem Bügelkorb, hinter der Tür, in den paar Monaten. Und da, ganz unten, zwei weiße Hemden meines lieben Mannes. Nur zwei, aber die sind riesengroß! Ich werde dafür mehrere Tage Stunden benötigen, das weiß ich jetzt schon!

Aber ich bin nicht jemand, der schnell aufgibt. Mutig fasse ich das erste Hemd, hebe es hoch, drapiere es recht geschickt aufs Bügelbrett und will gerade – doch was ist DAS ?! Da ist ein Fleck, ich seh es ganz deutlich, am Kragen, und da? Ist da nicht noch einer? Nein, das hat wohl keinen Zweck, die müssen noch einmal in die Wäsche. Schade – ich hätte sie so GERN gebügelt heute…

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