Zwergkrallenfrösche – Zucht

Da die Zwergkrallis ganz klar zu den Laichräubern gehören, ist eine Vermehrung ganz ohne menschliches Zutun ein ziemliches Glücksspiel. Vielleicht schaffen es in einem großen Becken mit wenig Fröschen und sehr vielen Versteckmöglichkeiten – an der Wasseroberfläche ebenso wie am Boden, in Gestalt feinfiedriger Pflanzen oder dicker Moospolster – einige wenige Kaulquappen zu überleben, ohne von  ihren Eltern verspeist zu werden, denn nicht nur die frisch an die Wasseroberfläche abgelegten Eier sondern die sich daraus bald entwickelnden Larven und auch noch die fertig metamorphierten Fröschlein dienen in der Regel als Leckerbissen.

Möchte man aber die Nachzucht nicht dem Zufall überlassen, heißt es auf der Lauer zu liegen und rechtzeitig die Eltern nach der Eiablage oder aber die Eier selbst herauszufischen. Ich persönlich habe gute Erfahrungen mit der zweiten Methode gemacht.Wie immer gilt dies nicht als das allein-frosch-seligmachende, es hat halt bei mir zweimal bis jetzt geklappt. Es gibt unter http://www.pipidae.de/vermehrung_methoden.php noch einige andere Aufzuchtmethoden, welche vorallem geeignet sind, wenn es darum geht, eine größere Zahl ZKF nachzuziehen.

Zu einer Zeit, da ich in meinem 54l-Becken lediglich 3 oder später dann 5 Frösche hielt, wagte ich mich an die Aufzucht. Natürlich hatte ich vorher auf oben erwähnter Seite schon recherchiert, außerdem wurde diverse Lektüre besorgt (s.a. unter Literatur).

Als ich nun eines Morgens in die Stube trat, und beim üblichen Aquarium-Kontrollgang sah, daß ein Pärchen gerade kopfüber an der Wasseroberfläche Eier ablegte, mußte alles sehr schnell gehen. Denn die Elterntiere, die hinten ihre Eier legten bzw. befruchteten, aßen dieselben vorne schon wieder auf!

Ich hängte schnell einen handelsüblichen Netz-Laichkasten seitlich in das Becken, legte ein bis zwei Moosbommeln (Cladophora) hinein sowie ein Büschel Riccia fluitans. Danach wurden nun die winzigen, bräunlichen Eier (ca. 2 Dutzend) mit einem Löffel vorsichtig abgesammelt und in den Behälter verbracht. Das Netz bot den Vorteil, durch den ständigen Wasserdurchfluß nicht schnell zu verdrecken, außerdem blieben ja die Eier in exakt demselben Wasser, so daß es zu keiner störenden Änderung der Werte oder der Temperatur kam.

Nach etwa 1-2 Tagen zeigten sich bereits die ersten Veränderungen: die Larven waren geschlüpft. Mit einer Länge von etwa 2-3mm und einer hellbraunen Färbung erinnern sie mich immer ein wenig an Linsenkeime, welche man in jeder ordentlichen Linsensuppe sehen kann. Ich brauche sicher nicht erwähnen, daß mich seitdem eine leckere Linsensuppe immer auch irgendwie an Froschlarven erinnert – aber das nur am Rande..

Diese winzigen Larven also kleben nahezu bewegungslos an den Pflanzen, am Netz des Behälters oder auch an der Wasseroberfläche. Ab und zu aber sieht man sie nach oben steigen, mittels einer propellerartigen Drehbewegung des Schwanzes. Dort holen sie Luft und geben kleine Bläschen ab.

Ab diesem Zeitpunkt fütterte ich frischgeschlüpfte Artemia-Nauplien, die ich in der Hobby-Aufzuchtschale züchtete.

Die weitere Entwicklung verlief dann folgendermaßen: von den ca. 24 Eiern erreichten das Larvenstadium etwa 15. Als kleine Kaulqappen schwammen noch etwa 8 – 10 herum, während der Metamorphose starben noch einmal einige von ihnen, letztendlich überlebten 2 von 24. Ich hatte außerdem auch feines Frostfutter, das Gelee-Futter von Tetra sowie Cyclop-eeze gefüttert. Alles war recht gut angenommen wurden. Einige eingesetzte kleine Schnecken fraßen das übriggebliebene, weil zu schnell herabgesunkene Futter, so daß hier keine unnötige Verschmutzung oder Keimbelastung auftreten konnten.

Die Entwicklungsdauer variierte im übrigen sehr stark zu der in der Literatur angegebenen. Nicht nach gut einem Monat waren die Frösche voll entwickelt, sondern es dauerte über 2 Monate, bis die Metamorphose vollständig abgeschlossen war.

Daß nur 2 der ursprünglich 24 Eier sich vollständig zu kleinen Fröschen entwickelte, lag vermutlich auch am eingeschränkten Platzangebot. Man darf jedoch auch nicht vergessen, daß ja gerade so das Prinzip der vielzitierten natürlichen Auslese funktioniert. Unter gleichen Bedingungen haben die am besten angepaßten überlebt, wurden geschlechtsreif, haben ihrerseits auch schon wieder für Nachwuchs gesorgt und leben froh und munter seit über einem Jahr mit ihren Eltern zusammen in einem Aquarium. Nun ist die magische Zahl „7“ erreicht, das Becken ausreichend besetzt und die Eier dürfen getrost von Mama & Papa verspeist werden, bis… ja bis eines Tages der ein oder andere Frosch einmal das Zeitliche gesegnet haben wird und nun wieder Platz ist für Kauli & Co. .