„Wir wollten dir doch nur eine Freude machen…“

… gefolgt von „Es sollte doch eine Überraschung werden!“ sind die zwei Aussagen minderjähriger Sprößlinge, die für Gänsehaut und unwillkürliches Schaudern sorgen. Jedenfalls nach den ersten Malen, bei denen man noch irgendwie gerührt war:

„Wir haben den Trockner ausgeräumt und die Wäsche aus der Waschmaschine in den Trockner gestopft! Toll, oder?“

„Ja, super, dankeschön!“   Und – schon vorsichtiger:  „Habt ihr den Trockner auch angemacht?“

„Ja, klar!“

Ich schlucke. „Und…  Wasserbehälter ausgeleert vorher?“(Und in Gedanken höre ich bereits den Trockner einsam im Gemeinschaftswaschkeller um Hilfe ob seines überfüllten Wasserbehälters piepsen…)

„Nee, wir wußten nicht, wie das geht.“

Aha. „Und… äh… das Flusensieb?“ (Darum entbrennt sonst immer ein Streit, weil jeder gerne das Flusensieb reinigen möchte – es macht einfach soviel… Freude /Spaß /inneres Vergnügen?)

„Ups – haben wir vergessen…“

Oh. „Aber ihr habt auf Schontrocknen gestellt, oder?“ (Als  ob ich es nicht besser wüßte.)

„Schon…was? Was ist das denn?“

„Schon… gut,schon gut, ich flitz schnell in den Keller, und bring das in Ordnung, aber trotzdem dankeschön…“

Naja, dann denkt man wieder, okay okay, der gute Wille zählt, sie wollten uns schließlich eine Freude machen, und wenn dieser Gedanke einen wieder fest im Griff hat, fühlt man sich doch auch gleich viel pädagogischer… Jedenfalls bis zur nächsten Überraschung. Wenn es wieder heißt: „Mama, Papa, wir kochen heute was für euch! Eine Suppe*! Aber ihr müßt auch kosten?!“

*Suppe = lauwarmes Wasser direkt aus der Leitung, gefühlvoll hineingerührtes Brühpulver und als krönenden Abschluß: Gänseblümchen.